Kosten im Griff haben

Zur Ermittlung der Lebenswegkosten erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden LCC-Modelle. Das Anforderungsprofil an ein LCC-Modell ist sehr umfangreich. Eine Vielzahl von Parametern muss unter variablen Bedingungen zu korrekten und vergleichbaren Ergebnissen führen. Vor allem die lange Lebensdauer von Produkten führt zu unvorhersehbaren Ereignissen und damit zu hohen Anforderungen an das anzuwendende Modell. Es stellt sich die Frage, welche Bedingungen ein Berechnungsmodell für das Life Cycle Costing erfüllen muss, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Die scheinbar so einfache Definition der Lebenswegkosten nach DIN 69905 als „Gesamtheit der Kosten, die während des Lebenswegs anfallen“ ist bei genauerer Betrachtung nicht ausreichend, da sie in erster Linie nur eine zeitliche Abgrenzung (Lebensweg) vornimmt. Selbst diese zeitliche Begrenzung weist Unschärfen auf, da Beginn und Ende nicht einheitlich definiert sind.

Bei der Bestimmung der „Gesamtheit der Kosten“ sei nur auf die Problematik der Technologiefolgenabschätzung und der Bewertung von Umweltbelastungen verwiesen. Aber auch die rein betriebswirtschaftliche Zuordnung von Kosten zu Objekten (Total Cost of Ownership) ist nicht einfach (z. B. Sachgemeinkosten wie Bürofläche). Zur Angabe von Lebenswegkosten gehört also immer die Angabe, nach welchem Verfahren sie ermittelt wurden; nur so können sie z. B. bei einer Investitionsentscheidung richtig interpretiert werden.